Hundezucht

bedeutet zu einen großen Teil “stille” Arbeit. Hunde anschauen, Ahnentafeln vergleichen, Sprechen mit anderen Züchtern, Entscheidungen treffen, manchmal anzweifeln aber auch Zufriedenheit mit dem, was man sich gewünscht hat. Diese “stille” Arbeit hört nie auf. So denke auch ich darüber nach, welche Wurfplanung ich jetzt und auf lange Sicht hin in´s Auge fassen soll. Welche Verpaarung ist sinnvoll? Wie kann ich Dinge verstärken, andere “Fehler” minimieren? Wie erreiche ich mein:

Balbriggan Desert Rain, 1 Woche alt
Balbriggan D- Wurf

Zuchtziel

Im Vordergrund steht der Charakter und die Gesundheit. Ein Beardie ist draußen sehr temperamentvoll, in der Wohnung nicht zu bemerken. Die vielen Besuche meiner Welpen- Menschen und die meiner Beardie- Freunde zeigten mir, dass meine Wuschels in der Wohnung wirkliche “Schlafmützen” sind. Natürlich findet auch bei uns eine richtig stürmische Beardie- Begrüßung statt, die Aufforderung zum Streicheln und das neugierige Beobachten gehören dazu. Aber keiner dooft im Haus umher oder stellt irgendetwas an. Gehen wir spazieren, dann sind sie wie ausgewechselt und drehen richtig auf. Der Forscherdrang, die Intelligenz und Lebensfreude sind Dinge, die für mich dazugehören. Warmherzigkeit und Treue, nie Aggression oder Falschheit. Verlässlichkeit und das, was man einen Freund nennt- das ist, was ich an meinen Beardies liebe.

Neben diesen Herzenswerten gibt es auch noch die äußere Hülle dieser Hunde. Ein raumgreifendes Gangwerk, ein dunkles Haarkleid mit tiefdunklen Augen, ein sehr gutes Pigment und ein lachendes Gesicht. Es gibt so viele Dinge, die in meinem Kopf herumschwirren, dass ich sie nicht alle aufzählen kann. Eines aber ist wichtig, immer zu wissen, dass kein Hund perfekt ist und man diesen Anspruch auch nicht stellen kann. Man kann nur immer wieder versuchen, das beste zu finden.

Bemühen werde ich mich, Beardies für die Familie zu züchten. Beardies so, wie meine, ein wenig verrückt aber dennoch zuverlässig und herzensgut. Alter Schlag? Neuer Schlag? Diese Diskussion erregte und erregt die Gemüter. Nein, den alten Schlag findet man bei mir nicht, meine Beardies sind das, was ich als normal bezeichnen würde. Übrigens ist die Länge des Fells auch ein Frage der Pflege und der Beanspruchung.

Sozialisierung

Die ersten Wochen im Leben eines Welpen sind wichtig für die Prägung und spätere Erziehung. In den ersten 8 Wochen leben die Welpen noch bei uns. Sie lernen im Zusammenleben mit ihren Geschwistern zu spielen, zu raufen und sich zu verständigen. Auch die älteren Hunde unseres Rudels haben soziale Kontakte mit den Welpen und ebnen den Weg in ein gutes soziales Miteinander mit den Artgenossen.

Unsere Aufgabe ist es, die BeardieKinder in dieser frühen Phase sicher zu prägen. Der Kontakt mit uns Erwachsenen, unseren Kindern und den für die Welpen fremden Menschen ist in dieser Zeit sehr wichtig. Sie lernen, dass eine menschliche Hand gutes tut. Verschiedene Umweltgeräusche, die ich ihnen per CD vorspiele, gewöhnen sie an all das, was noch kommen wird. Der Staubsauger wird einer ihrer Bekannten, Besen und Putzlappen auch. Manchmal fällt etwas herunter oder rollt über den Boden. Verschieden Bodenbeschaffenheiten werde ich ihnen vertraut machen, in ihrem Welpenspielplatz reflektieren CDs das Sonnenlicht, raschelnde Fahnen hängen herunter und natürlich fehlt auch Zelt, Tunnel und Wippe nicht. Sie können frei wählen, ob sie dann lieber draußen spielen möchten, ihre Umwelt entdecken oder sich in Ruhe zurückziehen möchten. Wenn es sich ergibt, dass ein Gewitter über Arenberg  herrscht, dann sind wir draußen.

Auch werden wir mit den kleinen Welpen auch Auto fahren, ist das kein Garant dafür, dass sie später “unfallfreie” Autofahrer werden. Der erste Kontakt mit den blechernem Gefährt in der Sicherheit des Rudels, erleichtert im späteren Leben meist diese hundeuntypische Art der Fortbewegung.

Es gibt allerdings zwei Dinge, die wir aufgrund der Infektionsgefahr draußen nicht tun. Das ist auf der einen Seite das Verlassen unseres Grundstücks und der Besuch von rudelfremden Hunden. Die Gewöhnung an das Halsband erfolgt spielerisch in unserem Garten.

In diesen acht Wochen widme ich meine ganze Zeit den Welpen. Eine Zeit, auf die ich mich immer sehr freue, auch wenn der Abschied danach immer sehr weh tut. Wichtig ist es mir auch, dass die “Welpianer” ihr BeardieKind besuchen. Morgens, am Mittag, nachmittags, abends, ich bin flexibel. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Welpen, die ihre Menschen schon gut kennen, den Ortswechsel besser verkraften als andere, die ganz plötzlich umziehen

 

Balbriggan Daily sunshine

Auch unsere großen Beardies helfen bei der Sozialisierung mit. Es ist unerlässlich, dass die kleinen auch mit den großen spielen. Es ist nicht nur die Mutter, die die Komunikation lehren soll. Auch bei den Wölfen übernimmt das Rudel einen Teil der Sozialisierung.

Meine Kinder helfen, wenn es darum geht, dass die kleinen schon früh mit Kindern sozialisiert werden. Sie zeigen den kleinen, dass Kinderhände liebevoll sind. Während der Welpenzeit bemühe ich mich, dass auch jüngere Kinder zu Besuch kommen, damit die Welpen mit der unterschiedli- chen Motorik der verschiedenen Altersstufen vertraut gemacht werden. Ein kleines Kind bewegt sich anders als Kinder zwischen 9 und 13 Jahren.

Unsere Welpen spielen auch mit den großen Beardies
Balbriggan Desert Rain

Und wenn es das Wetter zulässt, dann ist unser Garten auch ihr Garten.

Mauer
Gärtner

Und für “unbeobachtete” Momente gibt es einen Welpenauslauf, einen Bereich, in dem sich ihre Spielsachen befinden und all die Gegenstände, die von Wurf zu Wurf dazukamen. Der Tunnel, eine Wippe, der Schellenbaum und auch in diesem Jahr gibt es wieder etwas neues, ohne eine Reizüberflutung hervorzurufen. Ein bisschen Stress allerdings, der tut auch Welpen gut.

Rolle

Hundezucht bedeutet für mich auch, ein Leben lang für “meine” Welpen da zu sein. Immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand für deren Familie zu haben.

 

Gedanken um, über und wegen der “Sache mit der Hundezucht”